Er hat alles verloren. Und weiter getrunken.
Sein bester Freund brachte ihn nach Hause — betrunken, stöhnend, die Hände zwischen den Beinen. Er hatte einen Hoden verloren. Drei Wochen später hat er weiter getrunken.
Das ist Sucht. Kein Schmerz ist groß genug. Keine Konsequenz reicht. Solange der Schmerz darunter nicht angeschaut wird.
In dieser Folge spreche ich über das was in vielen Beziehungen ab 50 still und leise das Bett regiert — Alkohol, Tabletten, Selbstmedikation. Nicht immer laut. Nicht immer sichtbar. Manchmal ist es das tägliche Glas das keiner zählt. Die Tablette die “für die Nerven” ist. Der Schluck bevor er zu ihr ins Bett kommt.
8,6 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren riskante Mengen Alkohol — laut Epidemiologischem Suchtsurvey 2024. Fast 50.000 sterben jährlich daran, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen im Jahrbuch Sucht 2025. Das sind keine Fremden. Das sind Menschen in Wohnzimmern die wir kennen.
Ich spreche über Selbstmedikation — den Moment bevor jemand “süchtig” wird. Über das Schweigen in Beziehungen wo einer trinkt und der andere wegsieht. Über den Generationsbogen: was wir als Kind gelernt haben zu ertragen, ertragen wir als Erwachsene weiter. Und über Alkohol und Libido — das Tabu das niemand ausspricht.
Aus 25 Jahren Suchtarbeit in Knast, Institutionen und Beratung.
Liebe heilt keine Sucht. Aber sie kann die stärkste Motivation sein, die es gibt — der Grund warum jemand anfängt zu kämpfen.
Wenn du gerade nickst — dann weißt du warum. Schreib mir oder buche dein Kennenlerngespräch hier: https://andreaholthaus.de/gesprach-vereinbaren/
Kommentare
Neuer Kommentar